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Donnerstag, 1. Dezember 2011

Sex yells

Es ist kein Geheimnis: An der Behauptung "sex sells" ist was dran. Immer noch. Viel zu oft. Leider.

Den Vogel abgeschossen haben vor kurzem die Waadtländer Winzer. Auf deren Werbeplakat steht denn auch zu lesen "Waadtländerwy macht sexy". Man muss sich diesen Holperreim wohl etwas gedehnt vorlesen, damit er wenigstens phonetisch halbwegs aufgeht: Waadtländerwy macht sexyyyyy. Blah.



Abgesehen davon, dass man/frau, um sich eine Frau oder einen Mann schön zu saufen, bzw. sich Mut anzutrinken, nicht unbedingt Waadtländer Wein braucht, sondern lediglich ausreichend grosse Mengen irgendeines billigeren Alkohols, sehe ich nicht ein, was an diesem Wein sexy machen soll. Auch das Plakat mit der in Fahne gewickelten Dame ist nicht aufreizender als irgendeine Werbung für ein Waschmittel oder einen Verdauungsjoghurt.

Ich werde den Verdacht nicht los, dass es sich hier weniger um eine Wein- als vielmehr um eine Schnapsidee handelt. Offenbar gehen nun sogar unseren Kollegen aus der Romandie die guten Ideen aus. Kriselt es jetzt nicht nur in der Wirtschaft (in beiderlei Hinsicht), sondern auch in den Betten?

Prost!

Note: 3.0/6.0

Mittwoch, 17. August 2011

Fukushima im Pyjama

Waschmittelwerbung ist wohl eine der ältesten Gattungen von TV-Werbung. Zu den ganz alten Hasen gehört das bekannte Produkt Persil. Seit über 100 Jahren gibt es die Marke und das Produkt macht doch immer noch das gleiche: Wäsche mehr oder weniger sauber.

Das wäre allerdings ein ziemlich schwacher Slogan. Deshalb erfindet sich das Produkt alle paar Jahre neu, wäscht noch reiner, noch kälter, noch mehr Schmutz- und Schokoladeflecken. Auf den kleinen Fleckskandal von Bill Clinton ist man damals nicht aufgesprungen. Schade, vertane Chance. Aber man hat daraus gelernt. So scheint es jedenfalls, wenn man die neuste Kampagne anschaut:

Entdecken Sie die Persil
Leuchtkraft-Formel!

Denn nur reine Wäsche kann richtig strahlen.

Strahlende Wäsche, davon können die Japaner ein Lied singen. Was die Strahleformel denn genau tut, und ob sie auch bei schwarzer Wäsche funktioniert, das ist weder dem Spot noch der Website zu entnehmen. Man kann nur hoffen, dass man aus den Dummheiten des letzten Jahrhunderts gelernt hat und auf der Suche nach mehr Strahlkraft nicht auch auf Radium zurückgriff.

Note: 3.0/6.0




Freitag, 15. Juli 2011

Prostitute yourself!

Das neuste Sondermodell von MINI wird zurzeit unter der Schirmherrschaft des Schweizer Rappers Stress vermarktet. Die Kampagne ist in zweierlei Hinsicht fragwürdig.



Erstens: Mit dem Slogan "Pimp yourself." wird impliziert, dass ein Auto eben doch immer noch ein Statussymbol ist, das in irgend einer Weise in der Lage ist, seinen Besitzer aufzuwerten. Das ist natürlich völliger Quatsch und bedauernswertes 20. Jahrhundert-Denken.

Zweitens: Stress, ein beliebter Werbeträger, machte unlängst noch Werbung für Coops Nachhaltigkeitskampagne, in welcher er sich singenderweise dafür einsetzte, dass die Menschheit ihr Erbe bedenken und die Natur schützen, die Umwelt schonen solle. Jetzt macht er Werbung für Verbrennungsmotoren? Auch ein Stress schaut offenbar zuerst noch aufs Portemonnaie. Heuchlerei stinkt in diesem Fall nach unverbrannten Kohlenwasserstoffverbindungen.

Lektionen, die man daraus lernen könnte, wenn man denn möchte:
Als Automobilhersteller sollte man darauf achten, dass die gewählten Werbeträger nicht gerade erst noch eine Umweltschutzkampagne angeführt haben.
Und als Werbeträger tut man sich selbst einen Gefallen, wenn man eine gewisse Gradlinigkeit aufweist und der Öffentlichkeit nicht mit dem Zaunpfahl aufzeigt, dass man den Zuschlag stets demjenigen gibt, der am meisten zahlt.

Note: 1.0/6.0

Donnerstag, 14. Juli 2011

Heute lasse ich mal andere sprechen

Die ziemlich grottige Werbung von Skoda für ihren aktuellen Familienkombi ist mir schon vor einigen Wochen (vor meinen Ferien) aufgefallen. Auf der Suche nach dem Videoclip bin ich auf einen Blog gestossen, der mir gewissermassen aus der Seele spricht, daher brauche ich das ja selber gar nicht mehr zu sagen.

Seht selbst:
http://www.mariosagt.de/blog/2011/06/skoda-windelwerbung/

Note: 2.0/6.0

Dienstag, 15. März 2011

Züri-Bitch!

Rauchen ist bekanntlich etwas vom Dümmsten, was man sich selber antun kann. Trotzdem ziehen auch in der Schweiz hunderttausende täglich am Glimmstängel. Der Trend geht dabei vermehrt in Richtung der Frauen, deren prozentualer Anteil bei den Rauchern seit Jahren steigt. Das haben nun wohl auch die Tabakfirmen erkannt und so verbinden sie beim Versuch, die Frauen anzusprechen, trendige Weiblichkeit mit traditioneller Saudummheit.
Das Resultat? Zum Schreien!

Die Züri-Bitch am Strassenrand
Eigentlich wollte man wohl nur einen lokalen Bezug zu den Bezügerinnen herstellen. Statt auf die syphilitische "Parisienne" von anno dazumal, setzte man deshalb auf Lokalkolorit. Jurasienne, Bernoise, Genèvoise und wie die Frauen im Französischen alle heissen. Und eben, die Zürichienne. Oje...

Nicht aufgefallen ist den Werbern offensichtlich, dass die Trennung des Wortes Zürichienne – das sowieso Zurichienne heissen müsste – nicht nur im Sinne von "Zürich-ienne", sondern auch von "Züri-chienne" erfolgen kann. So wird aus der adretten Zürcherin die nuttige Züri-Bitch. Die gibt es hier zwar auch, aber ich glaube nicht, dass es das Ziel der Kampagne war, uns dies noch einmal vor Augen zu führen.

Danke trotzdem, ich habe mich köstlich amüsiert.

Note: 2.0/6.0 (mit Humor- und Selbstverarschungsbonus)

Dienstag, 25. Januar 2011

Spritzige Ideen

Heute bewegen wir uns für einmal etwas unter die Gürtellinie der guten Werbung (ok, das tun wir fast immer). Heute in der Zeitung gefunden:


Achtung, Achtung! Der Mann kommt vor Ort! Also besser ein Taschentuch parat haben, wenn Sie den Herrn treffen möchten, um ihm Schmuck zu verkaufen, den Sie möglicherweise gestohlen haben. So interpretiere ich jedenfalls diese Anzeige.

Das bringt mich gleich zum nächsten Fall, der mir schon seit Jahren immer wieder ein Lächeln entlockt: Rohrmax. Der kommt immer! Muss er ja auch, wenn er so ein maximales Rohr hat, oder? Natürlich geht er für Sie auch durchs Rohr, sonst kommt er ja umsonst und dann braucht man wieder ein Taschentuch.

Wie wärs, wenn man – statt zu kommen – mal ginge? Zum Werbeberater, zum Beispiel?

Note: 3.5/6.0 mit Humorbonus

Dienstag, 18. Januar 2011

Nicht mehr alle Tassen im Schrank

Nein, denn die Tassen sind jetzt in der Spülmaschine und freuen sich auf den schnellsten Spülgang aller Zeiten. Sun Turbo Gel beschert uns die dümmste CGI Werbung des Januars:
Die "perfekt aufgereihten" Tassen können sprechen und hüpfen ironischerweise in der halben Maschine herum, die Teller haben Kinder und das Spülmittel ist offensichtlich mit Nitroglycerin versetzt oder auf einer Überdosis Speed. Was für ein Käse!

 Sorry, diesen Schwachfug habe ich nur auf Französisch gefunden.

Note: 3.0/6.0

Donnerstag, 18. November 2010

atupri wirbt mit Vampiren, oder?

Der zweifellos dümmste Werbeslogan der vergangenen Monate ist mir heute im Tram nach Hause aufgefallen. Die Krankenkasse atupri wirbt in der allgemeinen Schlacht um wechselwillige Prämienzahler mit dem äusserst geistreichen Slogan "Gesundheit – meine Energie". WTF?
Wer bitte hat sich denn dieses Verbrechen ausgedacht? Jemand, der zuviel Zeit mit Vampirromanen und Teenie-Fantasy-Filmen verbracht hat? Oder gar ein überarbeiteter Werbetexter, der nach einem (zu) langen Arbeitstag für eine axpo-Kampagne unbedingt in 5 Minuten noch einen Slogan für die besagte Krankenkasse entwerfen musste?

Als ob der Slogan nicht schon dumm genug wäre – was bitte ist denn das für eine Kausalität? –, kommt es noch besser, wenn man sich auf die Homepage der Kasse wagt. Auf www.atupri-win.ch findet man die Vampirdame erneut, nur dass sie diesmal bei Berührung mit dem Mauszeiger auch noch anfängt, spastische Anfälle vorzuführen. Die arme Barbara Megert. Wenn das der Preis ist für Cervelat-Prominenz in der Schweiz, dann bleibe ich wirklich gerne beim Cervelat-Salat.

Note: 1.0/6.0