Es ist kein Geheimnis: An der Behauptung "sex sells" ist was dran. Immer noch. Viel zu oft. Leider.
Den Vogel abgeschossen haben vor kurzem die Waadtländer Winzer. Auf deren Werbeplakat steht denn auch zu lesen "Waadtländerwy macht sexy". Man muss sich diesen Holperreim wohl etwas gedehnt vorlesen, damit er wenigstens phonetisch halbwegs aufgeht: Waadtländerwy macht sexyyyyy. Blah.
Abgesehen davon, dass man/frau, um sich eine Frau oder einen Mann schön zu saufen, bzw. sich Mut anzutrinken, nicht unbedingt Waadtländer Wein braucht, sondern lediglich ausreichend grosse Mengen irgendeines billigeren Alkohols, sehe ich nicht ein, was an diesem Wein sexy machen soll. Auch das Plakat mit der in Fahne gewickelten Dame ist nicht aufreizender als irgendeine Werbung für ein Waschmittel oder einen Verdauungsjoghurt.
Ich werde den Verdacht nicht los, dass es sich hier weniger um eine Wein- als vielmehr um eine Schnapsidee handelt. Offenbar gehen nun sogar unseren Kollegen aus der Romandie die guten Ideen aus. Kriselt es jetzt nicht nur in der Wirtschaft (in beiderlei Hinsicht), sondern auch in den Betten?
Prost!
Note: 3.0/6.0
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Donnerstag, 1. Dezember 2011
Samstag, 5. November 2011
Die neue Kinderfeindlichkeit am TV
Ich meine damit nicht die Kinderfeindlichkeit der ohnehin zweifelhaften Inhalte, die wir am TV täglich vorgesetzt bekommen (Gewalt, Sex und galoppierende Volksverdummung), sondern seit neuestem sogar in der Werbung.
So machte unlängst das Schweizer Möbelhaus Pfister damit Werbung, dass man den Sohnemann halt aus dem eigenen Haushalt verbannen soll, wenn man Platz für neue Möbel braucht. Besagter Sohnemann ist in dem Spot schätzungsweise 16 Jahre alt. Was will uns Pfister damit sagen? Dass Thomas als Einzelkind sowieso ein Unfall war?
Ins gleiche Horn blasen ein Bad- und Küchenhersteller, die in einem gemeinsamen Spot gleich mehrere Söhne und Töchter vor die Türe stellen. Das ist nicht nur unoriginell, weil bereits dagewesen, sondern schiesst eindeutig auch am Ziel der Werbung vorbei: Ich kann mich nämlich beim besten Willen nicht erinnern, wie die beiden Marken heissen. Wenn ich jetzt ein neues Bad haben möchte, gehe ich dümmstenfalls zur Konkurrenz. Streuverlust ahoi.
Und schliesslich sind mittlerweile sogar die Mütter in den romantisch überzeichneten Kinder pingui Spots kurz vor dem Burnout, brauchen eine kalorienreiche Auszeit und seufzen tief, wenn die Bengel schon wieder ihre Aufmerksamkeit erfordern.
Da frage ich mich: Verkommt jetzt auch der eigene Nachwuchs zum Konsumprodukt, zum Accessoire, das man abschaffen kann, wenn man keinen Bock mehr drauf hat? Oder fehlt es im TV ganz einfach an Werbung für Verhütungsmittel? Vielleicht am ehesten an Werbeverhütung.
Note Pfister-Spot: 3.0/6.0
Note Bäderspot: 3.0/6.0 (vor allem, weil ich mich nicht an die Marke erinnern kann)
Note pingui-Spot: 4.0/6.0
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| Thomas wird gleich für einen begehbaren Schrank rausgeschmissen |
So machte unlängst das Schweizer Möbelhaus Pfister damit Werbung, dass man den Sohnemann halt aus dem eigenen Haushalt verbannen soll, wenn man Platz für neue Möbel braucht. Besagter Sohnemann ist in dem Spot schätzungsweise 16 Jahre alt. Was will uns Pfister damit sagen? Dass Thomas als Einzelkind sowieso ein Unfall war?
Ins gleiche Horn blasen ein Bad- und Küchenhersteller, die in einem gemeinsamen Spot gleich mehrere Söhne und Töchter vor die Türe stellen. Das ist nicht nur unoriginell, weil bereits dagewesen, sondern schiesst eindeutig auch am Ziel der Werbung vorbei: Ich kann mich nämlich beim besten Willen nicht erinnern, wie die beiden Marken heissen. Wenn ich jetzt ein neues Bad haben möchte, gehe ich dümmstenfalls zur Konkurrenz. Streuverlust ahoi.
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| "Ach nee, nicht die schon wieder..." |
Und schliesslich sind mittlerweile sogar die Mütter in den romantisch überzeichneten Kinder pingui Spots kurz vor dem Burnout, brauchen eine kalorienreiche Auszeit und seufzen tief, wenn die Bengel schon wieder ihre Aufmerksamkeit erfordern.
Da frage ich mich: Verkommt jetzt auch der eigene Nachwuchs zum Konsumprodukt, zum Accessoire, das man abschaffen kann, wenn man keinen Bock mehr drauf hat? Oder fehlt es im TV ganz einfach an Werbung für Verhütungsmittel? Vielleicht am ehesten an Werbeverhütung.
Note Pfister-Spot: 3.0/6.0
Note Bäderspot: 3.0/6.0 (vor allem, weil ich mich nicht an die Marke erinnern kann)
Note pingui-Spot: 4.0/6.0
Freitag, 15. Juli 2011
Prostitute yourself!
Das neuste Sondermodell von MINI wird zurzeit unter der Schirmherrschaft des Schweizer Rappers Stress vermarktet. Die Kampagne ist in zweierlei Hinsicht fragwürdig.
Erstens: Mit dem Slogan "Pimp yourself." wird impliziert, dass ein Auto eben doch immer noch ein Statussymbol ist, das in irgend einer Weise in der Lage ist, seinen Besitzer aufzuwerten. Das ist natürlich völliger Quatsch und bedauernswertes 20. Jahrhundert-Denken.
Zweitens: Stress, ein beliebter Werbeträger, machte unlängst noch Werbung für Coops Nachhaltigkeitskampagne, in welcher er sich singenderweise dafür einsetzte, dass die Menschheit ihr Erbe bedenken und die Natur schützen, die Umwelt schonen solle. Jetzt macht er Werbung für Verbrennungsmotoren? Auch ein Stress schaut offenbar zuerst noch aufs Portemonnaie. Heuchlerei stinkt in diesem Fall nach unverbrannten Kohlenwasserstoffverbindungen.
Lektionen, die man daraus lernen könnte, wenn man denn möchte:
Als Automobilhersteller sollte man darauf achten, dass die gewählten Werbeträger nicht gerade erst noch eine Umweltschutzkampagne angeführt haben.
Und als Werbeträger tut man sich selbst einen Gefallen, wenn man eine gewisse Gradlinigkeit aufweist und der Öffentlichkeit nicht mit dem Zaunpfahl aufzeigt, dass man den Zuschlag stets demjenigen gibt, der am meisten zahlt.
Note: 1.0/6.0
Erstens: Mit dem Slogan "Pimp yourself." wird impliziert, dass ein Auto eben doch immer noch ein Statussymbol ist, das in irgend einer Weise in der Lage ist, seinen Besitzer aufzuwerten. Das ist natürlich völliger Quatsch und bedauernswertes 20. Jahrhundert-Denken.
Zweitens: Stress, ein beliebter Werbeträger, machte unlängst noch Werbung für Coops Nachhaltigkeitskampagne, in welcher er sich singenderweise dafür einsetzte, dass die Menschheit ihr Erbe bedenken und die Natur schützen, die Umwelt schonen solle. Jetzt macht er Werbung für Verbrennungsmotoren? Auch ein Stress schaut offenbar zuerst noch aufs Portemonnaie. Heuchlerei stinkt in diesem Fall nach unverbrannten Kohlenwasserstoffverbindungen.
Lektionen, die man daraus lernen könnte, wenn man denn möchte:
Als Automobilhersteller sollte man darauf achten, dass die gewählten Werbeträger nicht gerade erst noch eine Umweltschutzkampagne angeführt haben.
Und als Werbeträger tut man sich selbst einen Gefallen, wenn man eine gewisse Gradlinigkeit aufweist und der Öffentlichkeit nicht mit dem Zaunpfahl aufzeigt, dass man den Zuschlag stets demjenigen gibt, der am meisten zahlt.
Note: 1.0/6.0
Freitag, 17. Dezember 2010
Nachwuchsraser
Es ist wieder die Zeit vor Weihnachten. Am TV werden die schwächsten Glieder in der Konsumkette, die Kinder, rund um die Uhr mit Werbung bombardiert. Spielzeugwerbung ist generell eher schwachstromig, aber die Werbung für die – ebenfalls mit Schwachstrom betriebene – Carrera GO!!! Rennbahn sticht aus der Masse heraus. Leider nicht im positiven Sinn.
Mit Sprüchen wie "Wow, was für ein Crash" und "Cooles Strassenrennen" werden nicht zuletzt auch die Väter der Junioren zum Kauf animiert, gelten doch die Rennbahnen als bevorzugte Geschenke, welche die Väter in erster Linie sich selber machen. Fazit am Schluss des Spots: "Mit Carrera bist Du der Sieger!"
Wobei? Beim Rennen um den schnellsten Führerscheinentzug?
Nun will ich ja nicht zu sehr moralaposteln, schliesslich ist es ja nur ein Spielzeug und ich habe ja auch mit Spielzeugautos und mit -waffen gespielt (die ja neuerdings wieder als pädagogisch wertvoll gelten). Den Kindern wird die zweifelhafte Formulierung hoffentlich auch nicht auffallen. Aber der Drehbuchautor des Spots hätte es merken dürfen. Raser sind keine Gewinner und Strassenrennen sind definitiv nicht cool. In Anbetracht der Tatsache, dass der Spot seit Jahren mit unterschiedlicher Vertonung recycled wird, hätte man auch mal eine gescheitere Formulierung wählen können.
Note: 4.0/6.0
Mit Sprüchen wie "Wow, was für ein Crash" und "Cooles Strassenrennen" werden nicht zuletzt auch die Väter der Junioren zum Kauf animiert, gelten doch die Rennbahnen als bevorzugte Geschenke, welche die Väter in erster Linie sich selber machen. Fazit am Schluss des Spots: "Mit Carrera bist Du der Sieger!"
Wobei? Beim Rennen um den schnellsten Führerscheinentzug?
Nun will ich ja nicht zu sehr moralaposteln, schliesslich ist es ja nur ein Spielzeug und ich habe ja auch mit Spielzeugautos und mit -waffen gespielt (die ja neuerdings wieder als pädagogisch wertvoll gelten). Den Kindern wird die zweifelhafte Formulierung hoffentlich auch nicht auffallen. Aber der Drehbuchautor des Spots hätte es merken dürfen. Raser sind keine Gewinner und Strassenrennen sind definitiv nicht cool. In Anbetracht der Tatsache, dass der Spot seit Jahren mit unterschiedlicher Vertonung recycled wird, hätte man auch mal eine gescheitere Formulierung wählen können.
Note: 4.0/6.0
Freitag, 3. Dezember 2010
Der nackte Wahnsinn
Das heutige Beispiel ist ebenso ungeschickt wie traurig. Blick am Abend brachte kürzlich die untenstehende Story um den tragischen Tod eines misshandelten Kleinkindes, was ja nun wirklich nicht lustig ist. Um die Story blickmässig aufzupeppen – und als ob es nicht schon schlimm genug wäre, dass ein Kind totgeschüttelt wurde – wählte die Redaktion den reisserischen Titel "Arzt fand Gabriela nackt bei der Treppe". Zur Erinnerung: Es handelte sich um ein vierjähriges Kind. Insofern ist der Titel sowieso schon total geschmacklos. Aber das sind wir uns von dieser Zeitung ja gewohnt. Um die Story noch mehr aufzumotzen, wurde natürlich auch ein buntes Bild dazugepflastert. Darin zu sehen: die verstorbene Gabriela und ihre ältere Schwester im ärmellosen Leibchen, spärlich verpixelt.
Um dem Fass den Boden auszuschlagen, wusste dann der Layouter offenbar nichts Gescheiteres, als unter den Beitrag ein Inserat des Casino Pfäffikon-Zürichsee zu platzieren, auf dem drei äusserst leicht bekleidete junge Frauen aufreizend posieren. "Männerabend", in tiefen Ausschnitten und weissen, ärmellosen Bodies verpackt.
Die Parallele zum obigen Bild, gepaart mit dem geschmacklosen Titel, springt selbst einem Blinden wie ein Faustschlag ins Auge.
Muss das sein? Ich denke nicht!
Note: 1.0/6.0
Um dem Fass den Boden auszuschlagen, wusste dann der Layouter offenbar nichts Gescheiteres, als unter den Beitrag ein Inserat des Casino Pfäffikon-Zürichsee zu platzieren, auf dem drei äusserst leicht bekleidete junge Frauen aufreizend posieren. "Männerabend", in tiefen Ausschnitten und weissen, ärmellosen Bodies verpackt.
Die Parallele zum obigen Bild, gepaart mit dem geschmacklosen Titel, springt selbst einem Blinden wie ein Faustschlag ins Auge.
Muss das sein? Ich denke nicht!
Note: 1.0/6.0
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